Neues Angebot: Qualifizierung – Beratung – Prozessbegleitung (QBP)

Mit  dem neuen Angebot „QBP“ knüpfen wir an unsere über die Jahre bewährten 6 bzw. 11-tägigen modularen Bildungsprogramme an. In diesen haben wir berufliche Multiplikator_innen unterschiedlicher Organisationen und Institutionen fortgebildet, indem wir folgende Inhalte und Methoden in der Arbeit gegen Antiziganismus in verschiedenen Modulen verbunden haben:

  • Sensibilisierung und Selbstreflexion
  • Dekonstruktion von Stereotypien und Zuschreibungen
  • Wissen zur Geschichte der Ausgrenzung, Verfolgung bis hin zur Vernichtung von Sinti_ze und Rom_nja mit Schwerpunkt auf die NS-Geschichte
  • Verständnis und Wissen zu aktuellen Erscheinungen, Formen und Praktiken antiziganistischer Diskriminierungen
  • Vermittlung von Beispielen und Kompetenzen für „good practices“ in der Arbeit gegen Antiziganismus und für eine verbesserte Teilhabe von Sinti_ze und Rom_nja
  • Entwicklung und kollegiale Beratung von Praxisanwendungen durch die Teilnehmer_innen als Möglichkeit des Transfers in die praktische Arbeit

In unserem erweiterten und neuen Konzept von „Qualifizierung – Beratung – Prozessbegleitung“  integrieren wir die bewährten Ansätze der modularen Programme und bieten zudem Beratung und Prozessbegleitung für die Multiplikator_innen und deren Organisationen/Institutionen an. Wir wollen dabei an bestehenden Prozessen Inklusion, Diversitäts- und Menschenrechtsorientierung,  Organisations- bzw. Schulentwicklung ansetzen, ggf. diese anstoßen. Uns ist dabei bewusst, dass wir als „kleine“ Kompetenzstelle nicht umfassende Entwicklungsprozesse von Organisationen stemmen können. Deshalb liegt unser Fokus auf dem Abbau von Antiziganismus und verbesserter Teilhabe von Sinti_ze und Rom_nja. Konzepte für QBP könnten beispielsweise so aussehen, wie wir es in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für schulische Qualitätsentwicklung entworfen haben oder für andere Organisationen/Institutionen, wie es das zweite Modell zeigt:

Modell 1: Aufbau des gemeinsamen Konzeptes und Prozesses von KogA/NLQ „Qualifizierung – Beratung – Prozessbegleitung“

Modell 1: Aufbau des gemeinsamen Konzeptes und Prozesses von KogA/NLQ „Qualifizierung – Beratung – Prozessbegleitung“

Modell 2: KogA „Konzept eines kombinierten Qualifizierungs-, Beratungs- und Prozessbegleitungsansatzes“

Modell 2: KogA „Konzept eines kombinierten Qualifizierungs-, Beratungs- und Prozessbegleitungsansatzes“

Neues Tätigkeitsfeld: Fälle von Antiziganismus und systemischer Diskriminierung beobachten, begleiten und beraten

  • Kommunikationsvermittlung und Beratung
  • Unterstützung – Begleitung
  • Gerichts- und Prozessbeobachtung
  • Aufbereitung für die Bildungs- und Beratungsarbeit

Erstmals wurde KogA 2020 von einer Roma-Familie um Unterstützung und Hilfe angefragt. Im konkreten Fall ging es um die Vermutung und den Verdacht, dass verschiedene Akteur_innen und Organisationen bewusst oder unbewusst antiziganistisch agierten. Die Familie bat um Unterstützung, da sie in einem Konflikt, ausgelöst von einer Nachbarin im Haus (unzutreffende Lärmprotokolle, Beschwerden bei der Wohnungsbaugesellschaft…) von der Wohnungsbaugesellschaft nach Gesprächen und weiteren Beschwerden der Nachbarin Abmahnungen und schließlich die Kündigung der Wohnung erhielt.

Die Familie fühlt und sieht sich in einem systemischen Netz der falschen Beschuldigungen, Verdächtigungen, Beleidigungen und Gerichtsverfahren verfangen, was sie extrem belastet und existenziell bedroht. KogA begleitet die Familie in der Kommunikation mit den Anwälten, bei der Polizei, stellt Verbindungen zur Niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma her und hat die Familie bisher bei zwei Gerichtsterminen durch „Prozessbeobachtung“ begleitet. Zudem stellt KogA entsprechende Informationen, Wissen und Kompetenzen zum Themenfeld Antiziganismus für die Akteur_innen zur Verfügung. KogA wird bei Bedarf und zum passenden Zeitpunkt, neben der bereits hergestellten Öffentlichkeit durch die Prozessbeobachtung in Verbindung mit der Niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma eine kritische Öffentlichkeit zu dem Fall herstellen.

Haben Sie direkt oder indirekt mit ähnlichen Situationen oder Fällen zu tun? Sind Sie selbst betroffen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie …

  • antiziganistische Diskriminierungen befürchten und Unterstützung benötigen,
  • im Fall einer juristischen Auseinandersetzung eine Gerichts- und Prozessbeobachtung benötigen,
  • kommunikative Begleitung wünschen.

Gerne unterstützen wir, wenn möglich selbst, oder in Zusammenarbeit und Vernetzung mit unseren Kooperationspartner_innen.